Ernst Gräfenberg
Ernst Gräfenberg ( *26. September 1881 in Adelebsen in der Nähe von Göttingen, † 28. Oktober 1957 in New York) war ein deutscher Mediziner.
Gräfenberg studierte in Göttingen und München Medizin und promovierte am 10. März 1905. Erst arbeitete er als Augenarzt an der Universitätsklinik in Würzburg, später als Gynäkologe an der Universitätsfrauenklinik Kiel. In der Kieler Zeit veröffentlichte er Arbeiten zur Eieinnistung und über die Ausbreitung von Krebs über die Blutbahn (Gräfenberg-Theorie). Nach seinem Wechsel nach Berlin arbeitet er als Chefarzt der gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung am Krankenhaus in Berlin-Britz. 1933 wurde Gräfenberg als Jude wie andere Chefärzte seiner Position enthoben. Trotz vieler Warnungen fühlte er sich in Berlin sicher, bis er 1937 wegen Devisenschmuggels verhaftet wurde. Gräfenberg saß zunächst im Berliner Gefängnis Moabit in Untersuchungshaft. Nach seiner Verurteilung saß er bis 1940 im Zuchthaus Brandenburg-Görden ein. Durch Verkauf seines Eigentums und durch Unterstützung durch in- und ausländische Freunde konnte er 1940 in die USA ausreisen. Dort starb er am 28. Oktober 1957 in New York.
Bekannt ist Gräfenberg durch seine Studien der weiblichen Geschlechtsorgane im Besonderen im Hinblick auf den Orgasmus. Nach ihm sind die Gräfenberg-Zone ("G-Punkt") und der Gräfenberg-Ring (ein mit Silberdraht umwickelter Ring, der wie die Spirale zur Verhütung in die Gebärmutter eingeführt wird) benannt. Unter anderem hat Gräfenberg auch den ersten Eisprungtest entwickelt. Er forschte auch über die weibliche Ejakulation.
Literatur
- Walter Jonat, Christian Andree, Thoralf Schollmeyer: Kieler Universitäts-Frauenklinik und Michaelis-Hebammenschule 1805-2005. 1. Aufl. Thieme, Stuttgart 2005, ISBN 3-131-42031-6
- Ernest Grafenberg (Ernst Gräfenberg): The Role of Urethra in Female Orgasm. Int. J, Sexol. 3: 146 (1950)
