Schenkelverkehr
Der Schenkelverkehr (lat. coitus inter femores – „Geschlechtsverkehr zwischen den Schenkeln“) beschreibt die sexuelle Befriedigung eines Mannes durch Reibung des Penis zwischen den Oberschenkeln einer anderen Person.
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Geschichte
Der Schenkelverkehr fand früher zwischen Mann und Frau vor allem zur Wahrung der Jungfräulichkeit oder als (unsichere) Methode der Empfängnisverhütung Verwendung.
Zwischen zwei Männern war er häufig auch Ersatz für den Analverkehr, welcher jahrhundertelang unter dem Begriff Sodomie mit der Todesstrafe bestraft wurde.
Im antiken Griechenland war der Schenkelverkehr die offiziell erlaubte penetrierende Form zwischen Männern und geschlechtsreifen Knaben (Päderastie), da der Analverkehr die Rolle des Knaben als männliches Individuum weitaus stärker in Frage gestellt hat als diese Praktik.
Das kanonische Recht der römisch-katholischen Kirche sah den Schenkelverkehr als bloße „Sünde der Sinne“, die als solche keine Bestrafung rechtfertigte.
In der niederländischen Rechtspraxis des 18. Jahrhunderts wurde der Schenkelverkehr dagegen als Vorstufe zur „wirklichen Sünde der Sodomie“ (sodomia completa) betrachtet und mit 30 bis 40 Jahren Gefängnis geahndet.
Auch in Deutschland war der Schenkelverkehr zwischen Männern nach § 175 StGB strafbar, nur war der Nachweis selten zu erbringen, da in der Regel einvernehmlich gehandelt wurde.
Nach der Verschärfung des § 175 StGB im Jahr 1935 durch die Ersetzung des Begriffes „widernatürliche Unzucht“ (= beischlafähnliche Handlungen) durch „Unzucht“ (in diesem Fall schon das Aneinanderschmiegen nackter Körper) war dieser Nachweis hinfällig. Weiters wurden diese Handlungen mit unter 21-Jährigen, bei Gewerbsmäßigkeit, bei Bestehen eines Autoritätsverhältnisses oder bei Gewaltandrohung nun mit bis zu zehn Jahren Zuchthaus bestraft.[1]
Dieser Paragraph wurde erst 1969 und 1973 abgemildert und schließlich 1994 abgeschafft.
Sumata
Das Sumata (jap. „zwischen den Schenkeln“) ist eine Art Schenkelverkehr ohne Penetration. Die Partnerin klemmt den Penis des Partners zwischen ihre Oberschenkel und benutzt ihre Handfläche, um den Partner zum Orgasmus zu „reiten“. Sumata kann von unten, oben oder hinten praktiziert werden. Die Partnerin lässt den Penis zwischen ihren vaginalen Lippen vor- und rückwärts gleiten, so dass die Klitoris zu ihrem eigenen Vergnügen stimuliert wird.
In Japan war nur die Penetration im Prostitutionsgeschäft verboten. Mit der Sumatapraxis wurde somit die Straffälligkeit umgangen.
Gegenwart
Der Schenkelverkehr ist heute eine eigenständige Sexualpraktik geworden. Er wird fast ausschließlich ohne Kondom durchgeführt, was nicht frei von Risiko ist, da Körperflüssigkeiten beim Schenkelverkehr durchaus in die Vagina gelangen können.
Die gelegentlich gebrauchte Bezeichnung russisch ist irreführend, da so insbesondere eine Ölmassage bezeichnet wird.
Quellen
- ↑ Günter Grau (Hrsg.): Homosexualität in der NS-Zeit, Fischer Tb., 1993, ISBN 3-596-11254-0, S. 93 f.
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